Interdisziplinäre Aufgaben Reduzierung komplexer Sachverhalte - Lösungen suchen

Beirat, Aufsichtsrat, Finanzexperte

Eigentümer mittelständischer Unternehmen in der Rechtsform der GmbH, KG, oder GmbH & Co. KG haben in den letzten Jahren Beiräte in ihren Unternehmen etabliert, von denen ein positiver Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und Entwicklung der Gesellschaft ausgehen sollte. In vielen Fällen entsprachen die Aktivitäten und Ergebnisse der bestellten Beiräte jedoch nicht den Erwartungen ihrer Endsender. Der Grund hierfür ist oft in den unterschiedlichen Vorstellungen über den Aufgabenbereich des Beirates zu finden.

Der Beirat hat keine Kontrollfunktion zu erfüllen und übernimmt oftmals bei Familienunternehmen die Aufgabe des
Mediators zwischen Gesellschafter und Geschäftsführung oder des „Netzwerkers“ und Lobbyisten. Ihm wird keine aktive Tätigkeit für die Entwicklung des Unternehmens zugeschrieben. Anders als für den aktienrechtlichen Aufsichtsrat (der auch bei der GmbH im Gesellschaftsvertrag vereinbart werden kann), gibt es für den Beirat keine gesetzliche Normierung seiner Tätigkeit.

Der Aufsichtsrat der AG (§ 95 ff AktG) sowie der GmbH (§ 52 GmbHG) unterliegen als Kontrollgremien der gesetzlichen Normierung. Der Aufsichtsrat wird zwar von der Gesellschafterversammlung gewählt, jedoch ist er bei seinen Entscheidungen nicht dem Willen der Gesellschafter sondern dem Wohl der Unternehmung verpflichtet.

Neben dem AktG stellt der Deutsche Corporate Governance Kodex wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung von börsennotierten Gesellschaften auf. Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrates hat „Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung oder Abschlussprüfung“ aufzuweisen. Aufgrund der sich erhöhenden fachlichen Anforderungen empfiehlt es sich eine Person mit der Bescheinigung „Zertifizierten Aufsichtsrat“ in den Kreis der Aufsichtsräter aufzunehmen.

Der Aufsichtsrat hat die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, die interne Revision und des Risk Management sowie die Abschlussprüfung, hier insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers zu gewährleisten. Er muss in der Lage sein, die Angaben des Vorstandes und des Abschlussprüfers auf Plausibilität zu überprüfen.

Bei aktiven Tätigkeiten für das Unternehmen (zum Beispiel als Lobbyist oder als Berater mit eigenen Interessen etc.) besteht eine Berichtspflicht. Mögliche Compliance-Verstoß sind auszuschließen.

Wir beraten, punktuell oder laufend, Aufsichtsrats- und Beiratsmitglieder bei ihrer Kontrolltätigkeit oder übernehmen selbst die Funktion als Aufsichtsrat.