Interdisziplinäre Aufgaben Reduzierung komplexer Sachverhalte - Lösungen suchen

Compliance

Compliance bezeichnet die Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und Standards, die für das Unternehmen oder für öffentliche Einrichtung vorgeschrieben sind.

Compliance dient der wirtschaftlichen und rechtlichen Transparenz im Unternehmen. Rechtlich unzulässiges Verhalten, wie zum Beispiel Korruption, Bestechung, Geldwäsche oder Vorteilsgewährung, unübliche Rabatte oder Provisionen, kann zu Reputationsrisiken, Auftragsverlusten, Verhängung von Bußgeldern, Geldstrafen bis hin zu Haftstrafen führen. Fehlende oder unbefriedigende Compliance-Management-Systeme führen bei Finanzdienstleistungs-instituten zu Beanstandungen der BaFin.

Die „freiwilligen“ Compliance Regelungen (Selbstverpflichtung) sind niedergelegt im

  • „Deutsche Corporate Governance Kodex“ und
  • „Governance Kodex für Familienunternehmen“.

Die Regelungen werden jährlich überarbeitet.

Verfügt das Unternehmen über kein effizientes Compliance-Management-System, so ist es der Unternehmensführung zumeist nicht möglich, frühzeitig Risikopotenziale zu identifizieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dringend anzuraten ist ein Compliance-Management insbesondere bei Merger & Akquisition Aktivitäten (M&A), Unternehmensfinanzierungen und im Bereich des kaufmännischen Rechnungswesens, sowie im Ein- und Verkauf. Insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Situationen sollte die Geschäftsführung auf ein funktionstüchtiges Compliance-Management achten.

Die Finanzverwaltung ist angehalten im Rahmen der steuerlichen Betriebsprüfung vermutete Compliance-Verstöße an die Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten.

Die gesetzliche Prüfung des Unternehmens durch einen Wirtschaftsprüfer ist nicht darauf ausgelegt Compliance-Risiken aufzudecken. Der verwendete risikoorientierte Prüfungsansatz erfordert die Prüfung der Rechnungslegung in Stichproben in einem vorher festgelegten Risikoplan. Die zwangsläufige Entdeckung von Compliance-Verstößen ist damit nicht gegeben. Der Aufsichtsrat kann aber die zusätzliche Prüfung (IDW PS 680) jederzeit beauftragen. Compliance-Verstöße unterliegen der Haftung des Managements.

Ein Compliance-Management-System erfordert neben der Information der Mitarbeiter auch die schriftliche Dokumentation, die anfänglich als „Verwaltungsbelastung“ angesehen wird. Diese anfängliche Arbeitsbelastung zahlt sich jedoch aus, wenn später ein Nachweis der Compliance-Konformität erforderlich ist (zum Beispiel gegenüber der Finanzverwaltung, Anforderung von potentiellen Auftraggebern oder Wettbewerbern im Rahmen eines Handelsstreits).