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Leasing, Herstellerleasing

Hersteller hochwertiger, langlebiger Produkte setzen Leasing als strategischen Vertriebsweg (Herstellerleasing) ein. Für das Herstellerleasing eignen sich Produkte, die einer Wartung bedürfen, oder für die ein Markt für gebrauchte Güter existiert oder entwickelt werden kann. Als Voraussetzung der steuerrechtlichen Leasingfähigkeit muss es sich um ein selbständiges, bewertbares und verkehrsfähiges Gut handeln (Beispiel: Motoren jeder Art, Flugzeugsitze, Triebwerke, Container, etc.). Herstellerleasing wird in der Praxis als Restwertleasing oder Vollamortisationsleasing angeboten.

Leasing ist in Deutschland gegenüber der Kreditfinanzierung steuerlich privilegiert, jedoch bedarf das Leasinggeschäft der Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die BaFin-Aufsicht stellt Anforderungen u. a. an

  • das Management
  • den personellen und organisatorischen Aufbau
  • das Rechnungswesen
  • die operativen Unternehmensprozesse
  • die Finanzierung der Gesellschaft bzw. der Leasingtätigkeiten
  • das Meldewesen
  • das Outsourcing von Funktionen und Prozessen

der Leasinggesellschaft. Als Finanzdienstleistungsinstitut unterliegt die Leasinggesellschaft immer der gesetzlichen Abschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer. Zusätzlich ist die Einhaltung der besonderen Organisationspflichten, u. a. die Beachtung der Vorschriften über das Risk-Management, das Sicherungssystem gegen Geldwäsche, sowie die Ordnungsmäßigkeit des Meldewesens, durch den Wirtschaftsprüfer zu beurteilen (Compliance). Um die BaFin-Regulierung auf den Leasingbereich zu begrenzen, ist es empfehlenswert, Leasing durch eine speziell gegründete Gesellschaft anzubieten. Die BaFin erlaubt das Outsourcing bestimmter Funktionen, soweit hiervon nicht die Verantwortung der Geschäftsführung betroffen ist.

Im Übrigen verweisen wir auf unsere Darstellung unter „Finanzdienstleistungsinstitute“.