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Stiftung

Die Stiftung kann in Deutschland auf eine lange Tradition zurückblicken. Der Charakter des Stiftens als ein „Akt eigener Rechtssetzung“ hat sich seit dem Mittelalter erhalten.

Die Stiftung verfolgt, mit Hilfe des dem Grundstock zugewendeten Vermögens, den vom Stifter mit dem Stiftungsgeschäft festgelegten Zweck. In der Regel soll der Grundstock erhalten und die Erträge an die Destinatäre (Begünstigten) ausgeschüttet werden. Auch Stiftungen mit begrenzter Lebensdauer, die ihr Vermögen über die Zeit aufbrauchen, sind möglich.

Stiftungen können sowohl in Trägerschaft eines Treuhänders (nicht rechtsfähige Stiftungen) als auch als juristische Personen (rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts) errichtet werden. In der Praxis ist die rechtsfähige Stiftung als Familienstiftung oder als gemeinnützige Stiftung im Rahmen der Unternehmens- oder Vermögensnachfolge anzutreffen. Sie unterliegt dem Stiftungsrecht und der Stiftungsaufsicht des Bundeslandes, in dem die Stiftung ihren Sitz hat. Stiftungen unterliegen, je nach Bundesland, der Prüfungspflicht nach HGB.

Für die Stiftung gibt es keine Standardsatzung, so dass gründliche konzeptionelle Vorarbeiten und der Gestaltungswille des Stifters gefordert ist, der später durch eine engagierte Geschäftsführung umzusetzen ist. Neben dem Stiftungswillen und den stiftungsrechtlichen Rahmenbedingungen unterliegt die Stiftung u.a. der Körperschaft-, Gewerbe-, Umsatz- und Erbschaftsteuer. Die ertragssteuerliche Stiftungs-Privileg ist nur der gemeinnützigen Stiftungen vorbehalten.

Mit Übertragung des Vermögens auf die Stiftung ist das zu übertragende Vermögen genau zu definieren. Ein späterer Zugriff des Stifters auf das Stiftungsvermögen ist nach dem Stiftungsakt nicht mehr möglich.

Nicht jede Vermögensart eignet sich für die Einlage in eine Stiftung. So ist ertragloses Vermögen (z.B. Kunstgegenstände) mit ertragreichem Vermögen zu kombinieren, um die Kosten der Stiftung zu decken und den Vermögensgrundstock zu erhalten, damit der Stiftungszweck erfüllt werden kann.